Neujahrsblatt auf das Jahr 1997, 199.Stück, 69 Seiten
Vierhundert Jahre Hirnforschung in der Schweiz
Von der Renaissance bis zur Gegenwart
Konrad Akert
human brain (Vesalius), August Forel by Kokoschka
Andreas Vesal (1514-1564): menschl.Gehirn 
O. Kokoschka: August Forel (1848-1931)
Aus dem Vorwort:
Die Auswahl der Protagonisten war nicht ganz einfach. Die Reihe wurde mehr oder weniger mit den vor dem Zweiten Weltkrieg Geborenen abgeschlossen und enthält somit zahlreiche noch lebende Kollegen. Mit dieser etwas ungewöhnlichen Zulassung der älteren Generation unserer Zeitgenossen ergab sich die Möglichkeit, wenigstens andeutungsweise auf Weiterentwicklungen der Hirnforschung aufmerksam zu machen.
Der Vorhang öffnet sich mit dem Aufschwung der Wissenschaften in der Renaissance, genauer mit der Gründung der Universität Basel im Jahre 1459, wo bald die ersten massgeblichen Leistungen bekannt wurden. Die weitere Entwicklung geht deutlich parallel mit der Gründung der später hinzugekommenen Hochschulen im 19. Jahrhundert: Zürich 1833, Bern 1834, Genf 1879, Fribourg 1886 und Lausanne 1890, die allerdings z.T. schon im 16.- 18. Jahrhundert ihre Vorläufer in Form von Akademien oder Anatomischen und Medizinischen Instituten hatten.
Betrachtet man die regionale Verteilung der Aktivitätszentren, so fällt auf, dass im 16. - 18. Jahrhundert vor allem Basel und Genf führend waren. Im 19. Jahrhundert erlebte die morphologische und physiologische Forschung in Zürich eine Blütezeit, während die multidisziplinäre Hirnforschung im 20. Jahrhundert überall explosives Wachstum aufwies.
Was im alphabetischen Literaturverzeichnis aufgeführt wird, wurde fortlaufend numeriert. Hochgestellte Indexzahlen im Text weisen auf diese Nummern hin. Alle Bücher und Zeitschriften, die als Grundlage für den vorliegenden Text dienten, sind in den folgenden Zürcher Bibliotheken zu finden: Zentralbibliothek, ETH-Bibliothek und Bibliothek des Medizinhistorischen Instituts der Universität Zürich. Es würde den Rahmen dieser Abhandlung sprengen, wenn die herangezogene Sekundärliteratur vollumfänglich beigefügt würde. Eigene Recherchen in der Primärliteratur der weniger bekannten Persönlichkeiten waren nicht geplant. Auf Fussnoten wurde verzichtet; dafür sind wichtige Zitate der Primärliteratur in Text und Abbildungslegenden eingefügt. Es ist zu hoffen, dass damit wenigstens ein Zugang für die zukünftige Forschung geöffnet wurde.
Auf die klinisch orientierten Neurologen und Neurochirurgen, Psychologen, Psychiater und Verhaltensforscher konnte aus Platzersparnisgründen nicht eingegangen werden, obwohl nicht wenige unter ihnen relevante Beiträge geliefert haben.

Im Einvernehmen mit der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich ist 1996 eine stark revidierte englische Version der vorliegenden Fassung unter dem Titel: «Swiss Contributions to the Neurosciences in Fourhundred Years» im Hochschulverlag an der ETH Zürich (vdf) erschienen, die speziell für die internationale Fachwissenschaft gedacht ist.
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